Herausgegeben vom, Verein für Fremdenverkehr yod zur Verteidigung von Le Vésinet.

Le Vésinet, Yvelines, Frankreich

Im Westen von Paris (12 km vom Étoile)
Gartenstadt - Landschaftsschutzgebiet - geschaffen von Alphonse Pallu und Paul de Choulot während des 2. Kaiserreichs

Die Geineinde Le Vésinet liegt unweit des Schlosses St-Germain-en-Laye, in einem Teil des Waidgehietes von Yveline, der vor langer Zeit die ganze Umgebung Paris.
Am Rande der Höche von Saint Germain, die eine gewaltige Landschaft überragt, wollte Henri II ein neues Schloß bauen. Danach Iieß Henri IV Gärten in Stufenform anlegen und beschloß, diese Perspektive im Wald von Le Vésinet durch die Anlage von breiten Alleen, die alle von einem grossen Kreis ausqehen, zu unterstreichen. Ludwig XIII hielt sich sehr oft im Neuen Schloß auf und Ludwig XIV wurde hier geboren.
Nach der Zeit der Revolution und des Kaiserreichs, gekennzeichnet durch die endgültige Aufgabe des Neuen Schlosses und der Ubernahme des Alten Schlosses durch die Armee, nahmen die Pariser den Weg nach Saint Germain wieder auf und interessierten sich für diesen trotz der Ruinen prächtigen Bau. Als Pereire dann die Konzession für die Errichtung der ersten französischen Eisenbahnlinie für Passagiere erhielt, war es die Strecke Paris-Wald von Le Vésinet, die er im Jahre 1837 wählte.
Es gibt keinen Zweifel daran, daß die Bahnlinie auschlaggebend für die Entstehung von Le Vésinet war dieser moderne und schnelle Verkehrsverbindung. Die unvergleichlichen Verdienste des Schöpfers von Le Vésinet, Alphonse Pallu, liegen darin, die Wette gehalten zu haben, unter Berücksichtigung dieses historischen Rahmens ein in jeder Weise absolut einmaliges Werk des Städtebaus zu schaffen und auch den Bestand zu sichern.
Von 1856 bis 1860 wurde Le Vésinet von dem Grafen von Choulot entworfen und seine Wege, seine Alleen, seine Flüße, seine Seen wurden realisiert, seine ersten Häuser und die Kirche Sainte Marguerite gebaut. Seine Bewohner, die es als Wohnsitz wählten, nachdem sie die "Cahier des Charges" (Pflichtenheft) ordnungsgemäß unterschrieben hatten, waren sich sehr schnell bewußt, eine außer-gewöhnliche Gruppe zu bilden. Der Beschlug, die Autonomie als Stadt zu erhalten, wurde schnell gefaßt, aber der Krieg von 1870, der Zerfall des 2. Kaiserreichs, die politischen Unsicherheiten, die folgten, verzögertert bis zum 31. Mai 1875 die Errichtung der Gemeinde Le Vésinet.

..In den zu schaffenden Dekorationen durfte nichts Kleines, nichts Falsches sein; die Kühnheit der Kurven, die Weite der Grünflächen mußten auf die Erhabenheit des Ganzen antworten, überall, wo es möglich war, mußten Duchblicke den Blick von außen her freigeben, herbeigeführt von den grossen Massen von Licht und Schatten.[*]

 

Die anmutigen und malerischen Einzelheiten des schattens, des Lichts, der Blumen, der Gr¨¨unflächen, des Wassers sprechen die Sinne, die Erhabenheit, des Ganzen die Phantasie [*]

"...was die kleinen Flüsse anbetrifft, deren Wirkung aus ihrem Inneren selbst kommt und die nur die Größe erreichen können, indem sie sich von allem lösen, dessen Ausdehnung ihre Wirkung hätte schmälern können...

sie suchen, soweit wie möglich, den Schatten der Bäume und die Kühle des Gehölzes; einige kleine Wasserfälle verändern den Anblick und geben diesen malerischen Partien Leben."[*]

Seit der Gründung vor 125 Jahren haben sich die Bürger von Le Vésinet immer wieder dafür ausgesprochen, daß das Werk von Alponse Pallu und dem Comte de Choulot für immer in deren Sinn bewahrt bleiben solle, d.h. daß der parkähnliche Charakter auch im Zuge der Bebauungsverdichtung erhalten bleibt.
Es ist auch nicht verwunderlich, daß zahlreiche Berühmtheiten unserer Zeit sich Le Vésinet als Wohnort erwählten, so z.B. der Maler Maurice de Vlaminsck, der Dichter Guillaume Appolinaire, der Schauspieler Jean-Louis Barrault und viele andere.
Viele Menschen in beiden Städten haben sich von anfang an zum Ziel gesetzt, die Partnerschaft mit Leben zu erwecken, wobei besonders der kürzlich verstorbene Altbürgermeister von Le Vésinet, M Alain Jonemann, und der langjährige 3. Bürgermeister von Unterhaching, Herr Andreas Neumeier zu erwähnen sind. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, daß seit der Gründung der Partnerschaft viele Bewohner der beiden Gemeinden Gelegenheit hatten, sich gegenseitig kennzulernen, sei es aufgrund von privaten oder organisierten Besuchen, sei es aufgrund des regelmäßig stattfindenden Schüleraustausches zwischen dem Lycée Alain in Le Vésinet und dem Gymnasium Unterhaching.

[*] Bei den angeführten Zitaten handelt es sich um Auszüge aus L'Art des Jardins (Die Gartenkunst) von Graf von Choulot.


 

Société d'Histoire du Vésinet, 2008 - www.histoire-vesinet.org